Finde den passenden Golfschläger: Die Hölzer

Finde den passenden Golfschläger: Die Hölzer

28th October 2018 Off By DerCouchNerd

Die sogenannten Hölzer sind ebenso wie die Eisen mit unterschiedlichen Nummern versehen. Die verbreitesten Hölzer sind das Holz 1 (Driver 8-13°), Holz 3 (circa 15°) und Holz 5 (ca. 18-19°). Auch hier gilt wieder: Je kleiner die Zahl, desto weiter wird der Ball bei einem gut getroffenen Schlag fliegen. Ihren Namen verdanken die Hölzer ihrer Vergangenheit. Bis in die 90er Jahre wurden die meisten Hölzer aus den unterschiedlichsten, edlen Massivholzen gefertigt. Mitlerweile haben aber moderne Materialien wie Verbundmetall und Titan diesen natürlichen Werkstoff abgelöst. Vor allem der Driver hat im Laufe der Entwicklung durch die moderne Technologie einen viel größeren Schlägerkopf erhalten. Dies soll die Fehlerverzeihung erhöhen und generell für mehr Weite, bedingt durch besser abgestimmte Spinraten des Balles sorgen.

Der Driver wird heutzutage fast ausschließlich vom Tee geschlagen. Ein guter Ballkontakt vom Fairway mit diesem riesigem Schlägerkopf ist eher rar. Dafür lassen sich jedoch, wie der Name schon vermuten lässt, die Fairwayhölzer (alle Hölzer, die nicht Holz 1 sind) einsetzen. jedoch ist es auch hier nicht immer einfach, mit diesen extrem langen Schlägern und den großen Köpfen mit wenig Loft einen guten Ballkontakt herzustellen. Deswegen sollten Anfänger tendenziell zu höheren Lofts greifen (Holz 5-9).

Anfänger

Besonders Anfänger sollten sich einige Gedanken über die Auswahl ihres Hölz-Setups machen. Für viele Anfänger sorgt ein Driver mit relativ hohem Loft für die besten Ergebnisse. Ein Loft zwischen 10,5° bis 13° wird meist empfohlen. Man sollte sich in Ruhe einige Modelle anschauen und ausprobieren. Wenn man sich dann für einen Driver mit hohem Loft (z.B. 13°) entschieden hat, ist es wenig sinnvoll, als Fairwayholz ein Holz 3 mit 15° zu wählen. Die Längenunterschiede sind einfach zu gering, man würde quasi zweimal den gleichen Schläger in der Tasche haben. Deshalb empfehlen wir dem Anfänger eher ein Holz 5 oder sogar 7 mit 18-23°. Der positive Nebeneffekt: Durch den höheren Loft und den etwas kürzeren Schaft ist dieser Schläger wesentlich leichter zu kontrollieren als das schwer zu spielende Holz 3. In der Regel reichen dem Anfänger diese zwei Hölzer, da seine Längen eh noch nicht so fein abgestimmt sind, dass mehr Schläger bessere Resultate erzielen würden. Sinnvoller ist es, das Set mit einem Hybrid-Schläger (Hybrid 4/5 mit etwa 23-25°) zu erweitern.

Fortgeschrittene

Golfer, die ein mittleres Handicap erreicht haben, sollten in dieser Zeit bereit einige Erfahrungen mit Fairwayhölzern und Driver gesammelt haben. Auch wenn es noch regelmäßig zu Fehlschlägen kommt, gibt es sicherlich Verbesserungpotential in der Golftasche. Man sollte seine Flugkurven regelmäßig bewerten: Fliegen die Bälle tendenziell zu hoch, oder zu flach? Schwingt man mittlerweile schneller als der Schaftflex vorgibt? Spielt man noch mit einem Einsteigermodell, könnte man ein Holz wählen, das einen mehr fordert. Jedoch gilt auch hier wieder: Wir bauen die Lofts auf Basis des Driverloftes auf. Abstände von 3° oder weniger sind wenig sinnvoll, da die Längen sich dadurch zu wenig unterscheiden. Es ist außerdem angenehm, wenn Fairwayhölzer und Driver von der gleichen Marke und Serie kommen. So gewöhnt man sich schneller an die unterschiedlichen Schläger.

Stark Fortgeschrittene / Singlehandicaps

Stark fortgeschrittene Spieler mit einem sehr niedrigem Handicap haben ihren Driver & Fairwayholz meist schon gefunden. Dennoch sollten sie ständig ausschau halten für Neuerungen in Schlägerkopf und -schafttechnologie. Ein regelmäßiger Längentest mit Trackman oder Flighscope ist sicherlich sinnvoll. Damit kann man die Unterschiede in den Fluglängen genau erfassen und optimieren. Außerdem können dadurch verschiedene Optionen bei Schäften und Köpfen ausprobiert werden, um eine optimale Performance, zugeschnitten auf den individuellen Schwung zu erzielen.

Schaft / Schaftflex

Nicht nur die Lofts der Schlägerköpfe können sich bei Anfängern und Fortgeschrittenen stark unterscheiden, auch der Schaft des Schlägers spielt eine maßgebliche Rolle bei Kontrollierbarkeit, Fehlerverzeihung und maximaler Länge. Heutzutage werden fast alle Hölzer mit Graphitschäften ausgeliefert. Diese bieten einfach das beste Verhältnis aus Gewicht und Flexibilität. Dabei gibt es jedoch viele kleine Unterschiede. Für Herren ist meistens ein Schaft in regular Flex (R) empfehlenswert, für Senioren, Damen und Anfänger eher ein Schaft in Amateur-Flex (A) oder Ladies-Flex (S). Nur extrem sportliche Spieler und fortgeschrittene Golfer profitieren von einem steifen Schaft (S oder X). Bevor man jedoch zu einem steifen Schaft wechselt, sollte man wirklich auf dem Trackman oder Flightscope sicherstellen, dass dieser wirklich die gleiche Länge oder mehr aus dem Golfschwung herausholt. Ein steifer Schaft hat auch Nachteile. Mit der Steifigkeit gehen  Kontrolle und Fehlerverzeihung ein wenig verloren.

Zusätzlich kann bei den Schäften noch jede Menge Feintuning betrieben werden. Die Schäfte kommen nämlich nicht nur in den verschiedenen Steifigkeiten (A-, L-, R-, S-, und X-Flex), sondern haben auch jeweils unterschiedliche Biegeprofile. Das nennt sich unter anderem “Mid Kick, Low Kick und High Kick”. Die Auswahl ist jedoch beinahe unerschöpflich und hier tendenzielle Empfehlungen zu geben würde den Rahmen sprengen. Ein Besuch beim Golflehrer oder Clubfitter ist beim Fortgeschrittenen Spieler sicherlich empfehlenswert. Denn ein gutes Holz kann einem Spieler viel Ärger ersparen und ausgezeichnete Resultate liefern.

Der CouchNerd wünscht viel Spaß beim Ausprobieren!