Finde den passenden Golfschläger: Der Putter

Finde den passenden Golfschläger: Der Putter

8th November 2018 Off By DerCouchNerd

Vor allem weil er unspektakulär in Erscheinung tritt und man ihm deshalb wenig Aufmerksamkeit widmet, ist der Putter der am meisten unterschätzte Schläger in fast jeder Golftasche. Doch man darf eines nicht vergessen: Der Putter ist und bleibt der am häufigsten verwendete Golfschläger in jeder Golftasche. Die Zahlen sprechen für sich: Durchschnittlich 28-40 Putts pro Runde bei 70-110 Schlägen. Da sehen die anderen 13 Schläger im Bag alt aus. Den Driver verwenden wir zum Beispiel maximal 14 mal pro Runde (alle PAR4 und PAR5 Löcher). Auch wenn wir unseren Lieblingsschläger an jedem Loch nutzen möchten, kommen wir auf maximal 18 Einsätze. Die hohe Zahl beim Putter resultiert daraus, dass wir den Putter an vielen Löchern mehrmals benutzen müssen. Ein guter Putter könnte also viele Schläge sparen. Es gibt unglaublich viele unterschiedliche Varianten in Form, Länge und Bauweise. Schauen wir sie uns an:

1. Balance:

Grundsätzlich gibt es drei Varianten von Puttern. Sie unterscheiden sich nach ihrer Balance. Legt man den Putter auf dem Schaft ab, sodass der Schlägerkopf sich frei bewegen kann, können wir drei unterschiedliche Balancen erkennen. Bei einigen Modellen wird die Schlagfläche nach oben zeigen (face balanced), bei anderen wird diese im rechten Winkel zum Boden weisen (toe down), bei der dritten variante wird sie etwa 45° dazwischen einpendeln (mid-slant).

Links: Face balanced, Recht: Toe Balanced

Mid Slant Balance

 

Schauen wir uns also an, welche Variante für welchen Spielertyp geeignet ist.

Toe-Down Balance: Bei diesem Putter zeigt die Spitze der Schlagfläche bei horizontaler Lage nach unten. Diese Bauart ist besonders für Spieler, die in einem großen Bogen putten (also nicht auf der Ball-Ziellinie zurückschwingen) zu empfehlen. Die Schlagfläche tendiert dazu, sich dem Bogen entsprechend zu öffnen und schließen, sodass der Spieler trotz Bogen noch gut treffen kann.

Face-Balance: Bei den Face-Balanced Puttern, liegt der Schwerpunkt der Schlagfläche direkt unter der Achse des Schaftes. Dadurch zeigt die Schlagfläche im ausbalanciertem Zustand horizontal zum Himmel. Das Hilft dabei, die Schlagfläche auch in der Praxis in einer stets rechtwinkligen Position zur Ball-Ziellinie auszurichten. Ein Face-balanced Putter eignet sich deshalb besonders für Golfer, die beim Putt auf einer geraden Linie zurück- und durchschwingen.

Mid-Slant Balance: Bei dieser Variante handelt es sich um eine Zwischenform. Sie ist bei vielen Klassikern verbaut und damit die wohl am häufigsten verkaufte Putterform. Sie ist sowohl bei Profis als auch bei Amateuren sehr beliebt. Diese Variante eignet sich besonders für Golfer mit wenig Rotation in der Puttbewegung, die wohl natürlichste Bewegungsform.

2. Bauart/Form

Bei der Bauweise gibt es auch wieder drei grundsätzliche Unterscheidungsvarianten.

Mallet-Putter: Ein Mallet Putter besitzt häufig eine große Schlagfläche und einen großen Hinterbau, der unterschiedliche Formen von Ausrichtungshilfen zulässt. Vor allem Anfänger und Golfer mit wenig Selbstvertrauen profitieren vom Mallet Modell. Es hilft beim Zielen und korrigiert leichte Fehlschläge beim Putten. Doch sieht man auch auf der Profi Tour Golfer mit Mallet-Puttern, da dieses Modell kaum Nachteile mit sich bringt. Die Distanzkontrolle bei sehr langen Putts ist etwas schwieriger, als bei anderen Modellen.

Typisches Mallet Modell

 

Blade Putter: Puristen und Old-School Golfer schwören auf den Blade Putter. Er ist der absolute Klassiker und gehört zu den ältesten im modernen Golfsport eingesetzten Puttervariationen. Der Blade Putter ist sehr schmal und entweder als Toe Down oder als Mid-Slant Variante gefertigt. Durch den kleinen Schlägerkopf und den höherliegenden Schwerpunkt bietet dieses Modell jedoch kaum Spielraum für Fehlschläge und nicht mittig getroffene Bälle. Dennoch wir er als ein sehr effektiver Allrounder bewertet.

Klassisches Blade Modell

Putter mit peripherer Gewichtung: Wohl der modernste und wirkungsvollste Vertreter unter den Puttervarianten. Bei diesen Modellen wird die bereits von Eisen und Hölzern bekannte Technologie der peripheren Gewichtung eingesetzt. Es wird versucht, möglichst viel Gewicht in Ferse und Spitze zu verlagern um dadurch ein höheres Trägheitsmoment zu erreichen. Denn mit höherem Trägheitsmoment verringert sich die Chance, dass sich der Schläger bei nicht mittig getroffenen Bällen verdreht. Besonders beim Putten sind minimale Abweichungen katastrophal, weshalb diese Technologie sehr hilfreich ist. Missratene Putts fallen tendenziell geradliniger aus. Auf dem Markt sind häufig Mischformen mit der Mallet Variante zu finden.

Das Gewicht wurde nach hinten und außen verlagert

3. Schlagfläche:

Zusätzlich gibt es noch unterschiedliche Schlägerblatt Technologien. Es gibt Schlagflächen aus blankem Metall, geriffelte Schlägerblätter und eine sogenannte Insert Technologie. Schläger aus blankem Metall vermitteln das beste Feedback, weisen aber weniger Fehlerverzeihung auf. Eher für Profis und Puristen.

Rillen im Schlägerblatt können helfen, nicht mittig getroffene Bälle dennoch in die gewünschte Bahn zu bringen. Sie verhindern das Abrutschen des Balles und können außerdem das Hüpfen des Balles vor dem Rollen verhindern oder zumindest minimieren.

Neben den reinen Metall Varianten gibt es auch sogenannte Insert Schlagflächen. Hier kommen unterschiedliche Verbund Materialien zum Einsatz. Keramik, Metall, Gummi oder Elastomer sind bekannte Vertreter. Sie sollen die Leistung des Putters steigern. Durch den Materialmix kann außerdem das Gewicht an der Schlagfläche direkt nach außen verlagert werden. Auch Insert Schlagflächen gibt es in glatt oder geriffelt.




4. Griff

Immer beliebter werden die sogenannten “Fat Grips”. Sie sind sehr dick gebaut und liegen angenehm in der Hand. Vor allem aber sollen sie verhindern, dass der Spieler den Schläger im Treffmoment vedreht oder verkantet. Durch die Größe des Griffes wird eine flüssigere Bewegung gewährleistet. Der Standardgriff hat aber auch seine Vorteile. Länge des Schlages lassen sich besser dosieren. Hier gilt nur: Ausprobieren

Super Stroke Fat Grip

Lamkin Standard Griff

 

Fazit:

Wir hoffen, diese kleine Übersicht hilft, den richtigen Putter zu finden. Denn nicht immer ist der 25 Jahre alte Putter aus dem Keller unbedingt das richtige Modell. Man findet nicht selten modernste Golftaschen mit den allerneuesten Hölzern und Eisen, gepaart mit einem alten Flohmarkt-Putter. Hier sollte man wirklich etwas Zeit investieren, schauen welche Tendenzen beim Putten auftreten und darauf resultierend die unterschiedlichen Modelle testen. Denn auch in Zukunft gilt: Abgerechnet wird wenn der Ball im Loch ist.