Finde den passenden Golfschläger: Der Eisensatz

Finde den passenden Golfschläger: Der Eisensatz

29th October 2018 Off By DerCouchNerd

Bei der Wahl des richtigen Golfschlägers gibt es scheinbar unendlich viele Möglichkeiten. Vor allem Eisensätze bieten sehr unterschiedliche Bauarten für die verschiedenen Spielertypen. Diese heißen z.B. Players Eisen, Intermediate Eisen oder Game Improvement Sätze. Doch um sich möglichst breit aufzustellen, sind die Kategorien durch die Hersteller nicht immer klar benannt. Bei einer solch großen Auswahl kann vor allem der Anfänger schnell überfordert sein und greift dadurch zum für ihn falschen Schlägersatz. Frust ist dabei vorprogrammiert.

Um die unterschiedlichsten Typen unterscheiden zu können, müssen wir zuerst zwei wichtige Begriffe klären:

1. Offset

Verschiedene Schläger mit unterschiedlichen Offsets: Links sehr viel, rechts ganz wenig

Mit dem Begriff Offset wird der von oben erkennbare Abstand zwischen Schlagfläche und Schaft bezeichnet (siehe Bild). Die Schlagfläche ist also ein wenig nach hinten versetzt. Dies begünstigt ein besseres Treffmoment und mehr Fehlerverzeihung, das geschieht jedoch auf Kosten von Kontrolle und Gefühl. Vor allem Anfänger benötigen Offset, um die maximale Ballflug-Länge aus ihren Schlägern zu holen. Wie auf dem Bild zu sehen, hat der Schläger ganz links sehr viel Offset und der Schläger ganz rechts sehr wenig Offset. Bei den meisten Eisensätzen haben sogar die verschiedenen Eisen ein unterschiedlich großes Offset. Vor allem Eisensätze für Anfänger haben sehr viel Offset.

2. Cavity

Verschiedene Schäger mit unterschiedlichen Cavitys: Links sehr viel Cavity, rechts das Muscle Back ohne Cavity.

Mit Cavity oder Cavity-Back bezeichnet man die Menge und Position der Masse hinter dem Schlägerkopf. Je mehr und tiefer die Masse auf der Rückseite des Schlägers angebracht ist, desto fehlerverzeihender wird der Schläger. Man kann bei dem Eisen im Bild links genau sehen, dass durch die Form auf der Rückseite des Eisens ein Hohlraum entsteht – nur die Sohle ist quasi sehr massiv verstärkt. Dagegen ist bei dem sogenannten Muscle-Back Eisen für den Profi (im Bild auf der rechten Seite) die Masse sehr großflächig verteilt und geht auch in die mittleren und oberen Bereiche des Schlägerrückens. Dazwischen sind Mischformen für mittlere Handicaps. Ein tiefer Schwerpunkt (links) sorgt für Fehlerverzeihung und tendenziell hohe Flugbahnen, ein ausgeglichener oder hoher Schwerpunkt sorgt für viel Kontrolle und “Shapeability” also die Fähigkeit, den Ball in verschiedene Flugkurven (flach, hoch, rechts, links) zu schlagen. Außerdem sorgt ein ausgeprägtes Cavity für eine breitere Sohle, damit der Schläger sich nicht so leicht in den Boden eingräbt.

Nachdem wir die wichtigsten Begriffe geklärt haben, können wir uns nun die unterschiedlichen Eisentypen ansehen:

Super Game Improvement  und Game Improvement Eisen

Der Titleist AP1 mit dem großen Hohlraum ist ein typisches Game Improvement Eisen

Der Name sagt es schon. Stark spielverbessernde oder spielverbessernde Eisen richten sich vor allem an Anfänger, da sie dem Spieler mehr Länge und in der Regel die besten Ergebnissen ohne viele Misserfolge liefern.  Sie sind durch ihr relativ großes Offset und den besonders tief liegenden Schwerpunkt sehr fehlerverzeihend und sorgen für eine hohe Ballflugbahn. Dabei garantieren sie dem Nutzer durch ein besonders hohes Randgewicht der Schlagflächen auch bei schlecht getroffenen Bällen eine maximale Fehlertoleranz. Wir empfehlen jedem Anfänger den Kauf eines (Super-) Game Improvement Satzes um möglichst schnell Erfolge zu erkennen und schnell zu lernen, mit dem Ball auf dem Platz zurecht zu kommen. Diesen kann man dann nach 2-3 Jahren oder bei ca. HCP 25 wechseln. Die meisten (Super-) Game Improvement Sätze sind aus gegossenem Stahl und haben Graphitschäfte verbaut.

Intermediate Eisen

Die Mizuno JPX Serie ist ein typischer Vertreter der Intermediate Eisensätze.

In dieser Kategorie befinden sich die Eisensätze für den Fortgschrittenen Golfer. Sie sind eine Mischform aus den beiden Extremen Gameimprovement- und Players-Eisen und paaren deshalb eine hohe Fehlertoleranz mit optimaler Leistung. Sie besitzen relativ wenig Offset und haben häufig einen massiven Cavity-Back Ring ohne Hohlraum. Diese Eisen eigenen sich für Golfer, die schon etwas Spielerfahrung gesammelt haben und wissen, wie ein Ball sich in unterschiedlichen Situationen verhält.  Man muss es sich vorstellen, wie das Erreichen des nächsten Levels. Hat man zum Beispiel 100 Schläge auf einem 18 Loch Platz geknackt oder Handicap 25 erreicht, kann man sich mit einem dieser Forgeschrittenen-Schlägersätze belohnen. Der Spieler kann unterschiedliche Flugkurven mit diesen Schlägern erzielen ohne direkt frustriert zu werden. Hier gibt es ausgesprochen viele Varianten, sowohl als gegossener oder geschmiedeter Schlägerkopf, als auch in Stahl- oder Graphitschaft-Ausführung.

Players Eisen

Die Titleist MB-Serie ist ein typischer Vertreter der Players Eisen. Klassisch!

In dieser Kategorie befinden sich die Eisensätze mit dem geringsten Offset, dem wenigsten Cavity-Back und dadurch resultierend der höchste Kontrolle, aber auch Schwierigkeit. Golfer, die bereits alle Facetten ihres Spieles im Griff haben und sich noch mehr Präzision und Feedback wünschen, sind mit diesen Schlägern richtig beraten. Man sollte schon regelmäßig unter 85/90 spielen und ein Handicap von unter 10 haben, um mit diesen Schlägern glücklich zu werden. Für optimales Feedback sind diese Eisen fast immer geschmiedet und mit Stahlschäften verbaut. Die Königsklasse!

Die passende Golfbekleidung:

Gegossen oder geschmiedet?

Der Großteil aller Golfschläger kommt in Form von gegossenen Schlägerköpfen, denn diese bieten viele Vorteile: Die Herstellung ist günstig, das Material ist härter und damit langlebiger als bei der geschmiedeten Variante. Bei einem geschmiedeten Schlägerkopf, wird weiches Metall in eine Form gehämmert bis der Schlägerkopf daraus entsteht. Durch die Härte des gegossenen Schlägerkopfes wird außerdem eine etwas höhere Ballgeschwindigkeit erreicht. Doch die Härte der gegossenen Schläger hat auch Nachteile. So vermittelt der gegossene Schläger im Vergleich zur teureren Alternative weniger Feedback.  Geschmiedete Schläger bieten ein tolles Feedback. Der weiche Schlägerkopf ist jedoch nach etwa fünf bis zehn Jahren verschlissen.

Stahlschaft oder Graphitschaft?

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten von Schlägerschäften für Eisen. Der Stahl- und der Graphitschaft. Mittlerweile sind daraus jedoch etliche Mischformen entstanden. Für Anfänger, ältere Menschen oder Personen, die nicht so schnell schwingen können sollte der Graphitschaft die erste Wahl sein. Dieser ist leichter, bietet die höchste Fehlerverzeihung und die Energie aus Ball und Bodenkontakt wird nur gedämpft in Knochen und Gelenke übertragen. Beim Stahlschaft erlebt der Spieler ein besseres Feedback, bekommt jedoch alle negativen Auswirkungen aus schlechten Treffern oder Bodenkontakten in die Gelenke geliefert. Der Stahlschaft ist außerdem schwerer, dies kann bei unausgereifter Technik zu Distanzverlusten im Ballflug resultieren.




  

Egal für welchen Schläger man sich entscheidet, passen muss er. Diese Aufstellung sollte nur einen groben Überblick geben. Am Ende muss der Schlägersatz zu einem passen. Aus diesem Grunde gibt es in jeder größeren Stadt sogenannte Clubfitter. Aber auch der Golflehrer kann helfen. Am besten macht man mit ihm einen Termin aus und lässt sich vermessen und beraten.

Wir wünschen nun viel Spaß beim Ausprobieren und wünschen eine erfolgreiche Golfkarriere.